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Patientenseiten: Kleines Zahnlexikon

Abrasionsgebiss

"Vielkauergebiss", engl.: abrasive dentition; Schlagwortbezeichnung für ein durch starke Beiß- und Kauabnutzung entstandener Gebisszustand. Kennzeichnend sind der mehr oder weniger starke Verlust von Fissuren und Höckern, Schneidekanten, Schlifffacetten und eine Bisssenkung.

Häufig mit einer Vorverlagerung und Absenkung des Bisses ("Bisssenkung") und dadurch bedingter Kiefergelenksbeschwerden sowie mit Entzündungen der Mundwinkel) verbunden.

Aufbissbehelfe

Eine funktionelle Vorbehandlung des gestörten kraniomandibulären Systems (CMS) mit Aufbissbehelfen geschieht in der Absicht, die Symptome:

  1. Schmerz
  2. Bewegungsstörung
  3. Kiefergelenksgeräusche (Knachen, Reiben)

zu beeinflussen und zielgerichtet zum Verschwinden zu bringen.
Dies geschieht, indem die drei – interdependenten – „Funktionsteile“:

  1. Kiefergelenk,
  2. neuromuskuläres System (primäre und sekundäre Kaumuskulatur)
  3. Okklusion (statische und dynamische Okklusion)

in ihrem Zusammenwirken wieder harmonisiert werden.

Uneingeschränkte Funktionstüchtigkeit und Schmerzfreiheit gelten als Zeichen eines gesunden CMS.

Axiale Belastung

Bei restaurativen Maßnahmen sollen alle Kontakte schulmäßig wiederhergestellt werden. Wird gegen natürliche Zähne gearbeitet, genügen i.d.R. A+B- bzw. C+B-Kontakte. A+B bzw. B+C sorgen für stabile Okklusion und fördern somit eine axiale Zahnbelastung

Balancen

Balancekontakt ! Okklusionsstörung

Zahnkontakte der unteren Bukkalen mit den oberen palatinalen Höckern auf der Balanceseite (Nichtarbeitsseite) bei der Lateralbewegung.

Ein Beispiel für ein Okklusaltrauma wären Horizontalkräfte, die in Form von Früh- oder Balancekontakten auf die Zähne einwirken

Beckenschiefstand

Ein Beckenschiefstand führt zu Ausgleichsschwingungen der Wirbelsäule, da der Körper bemüht ist, den Kopf gerade und die Augenlinie horizontal zu stellen. Bei Patienten mit Wirbelsäulenblockaden, speziell der Halswirbelsäule, liegen häufig auch therapiebedürftige Befunde im craniomandibulären System vor. Insbesondere die Bereiche C0/C1 und C7, aber auch das Iliosakralgelenk können über die Muskelketten der Wirbelsäule durch eine Fehlposition des Unterkiefers beeinflusst werden. Diese seitlichen Verbiegungen der Wirbelsäule nennt man je nach Ursache Skoliose oder skoliotische Fehlhaltung.

Die Abbildung links zeigt einen Beckenschiefstand mit daraus resultierender Ausgleichsschwingung der Wirbelsäule. Kreuz- und Darmbein sind verkantet.

Durch exakte Untersuchungen muss festgestellt werden, welche der unterschiedlichen möglichen Formen des Beckenschiefstandes vorliegt, da sich unterschiedliche therapeutische Konsequenzen ergeben. Die folgenden Ursachen sind zu unterscheiden:

  • Dem Beckenschiefstand liegt eine anatomische, so genannte echte Beinverkürzung zugrunde.
  • Aufbaustörungen der Wirbelsäule, wie beispielsweise eine Skoliose, bedingen durch die enthaltene Rotation Beckenverwringungen, die auf den ersten Blick wie ein Beckenschiefstand erscheinen.
  • Im Bereich der Iliosacralgelenke (Gelenke des Darm- und Kreuzbeins) liegt eine Funktionsstörung vor, die zu einer scheinbaren Beinverkürzung führt, man spricht auch von funktioneller Beinverkürzung.
  • Krankhafte oder verschleißbedingte Funktionsstörungen im Hüftgelenk können zu funktionellen oder anatomischen Beinverkürzungen führen.

Mehrere der genannten Einzelursachen treten kombiniert auf.

Bruxismus

Knirschen und Pressen; engl.: (teeth) grinding, bruxism; ständiges Aneinanderpressen oder -reiben von Ober- und Unterkieferzähnen.

Bruxismus wird als das parafunktionelle Pressen und Knirschen zwischen der oberen und unteren Zahnreihe definiert; es wird vermehrt als Folge von "emotionalem Stress" (negativer Stress = "Disstress") angesehen. Während dieser Tätigkeit werden extrem starke Kräfte über unterschiedlich lange Zeiträume ausgeübt. Bruxismus-Patienten können Presskräfte von 1.000 Newton (N) und mehr entwickeln, welche damit weit über den Kräften liegen, die beim Kauen auftreten. Diese biomechanische Belastung verursacht zahlreiche zahnärztliche Probleme wie Schmelzbeschädigungen, Überempfindlichkeit, parodontale Erkrankungen und Funktionsstörungen des Muskelapparates und der Kiefergelenke.

Mindestens ein Drittel aller Erwachsenen knirscht zeitweise mit den Zähnen; rund achtzig Prozent der Betroffenen sind Frauen zwischen 30 und 45 Jahren.

Psychischer Stress und emotionale Spannungen werden bereits seit Langem im Zusammenhang mit dem Bruxismus beschrieben. Es wurde auch beobachtet, dass das aggressive Beißen mit einer signifikanten Reduktion des Stress-induzierten Anstieges des Noradrenalinumsatzes im Gehirn, des DOPAC-Gehaltes im Striatum und der Verhinderung von Magen-Darm-Geschwüren bei experimentellen Tieren einhergeht.

CMD

CMD: kranio-mandibuläre Dysfunktion (Funktionsstörung; kranio = abgeleitetes Wortteil für Schädel o. Kopf, mandibula = Unterkiefer), engl.: cranio-mandibular dysfunction; Sammelbezeichnung für einen vielfältigen Komplex von Erkrankungen des Kausystems, welche in einem Bezug zu Symptomen im Kopf-Hals-Nackenbereich stehen.

Zur Diagnose werden neben der klinischen und instrumentellen Funktionsanalyse, bildgebende Verfahren (auf der Röntgentechnik basierend, Magnetresonanzverfahren, Ultraschallverfahren (Sonographie) endoskopische Methoden (Arthroskopie)) und konsiliarische Verfahren (zur Abklärung psychischer und orthopädischer Faktoren (insbesondere die Halswirbelsäule) eingesetzt.

Dominanter Zahn

Der Zahn mit dem am Frontzahnführungsteller laterotrusiv gemessenen steilsten Führung.

Drehschwindel

Siehe: Tinnitus

Eckzahnführung

Eckzahngeschützte Okklusion

Okklusionskonzept mit Eckzahnführung, das zur Disklusion aller übrigen Zähne führt

Dynamische Okklusion zwischen OK- und UK-Eckzähnen

Verschleiß der Eckzahnführung führt zu Gruppenkontakten

Exzentrische Exkursion

Kauzyklischer Ablauf einer Kaubewegung (exzentrisches Öffnen, Abbeißen, exzentrisches Schließen, Rückkehr in die Interkuspidationsposition).

Frontzahnführung

Frontzahngeschützte Okklusion

Dynamische Okklusion zwischen OK- und UK-Frontzähnen

Okklusionskonzept mit Frontzahnführung, das zur Disklusion aller übrigen Zähne führt

Frontzahnführungseinheit

Die volleinstellbare Frontzahnführungseinheit steuert als anteriores Führungselement den Artikulator. Die Relationen der individuellen Zahnstellungen, die für die Okklusion entscheidend sind, können so gemessen und rekonstruiert werden.

Funktionsanalyse

klinische, engl.: clinical functional analysis (diagnostics); dient der Überprüfung des funktionellen Zustands und des Zusammenwirkens von Zähnen, Kiefergelenken und (Kau-)Muskulatur und zur Ermittlung von Fehlfunktionen im kraniomandibulären System (Fehlfunktion der Unterkiefermobilität durch Zahn-, Kiefergelenk- und Muskelerkrankungen) (engl.: cranio-mandibular disorders, und sich daraus ableitenden therapeutischen Maßnahmen. Die Diagnose erfolgt primär durch Inspektion, Palpation und Auskultation, woraus sich Rückschlüsse auf den Zustand des Kauorgans ergeben und ggf. unter Zuhilfenahme einer instrumentellen Funktionsanalyse entsprechende Therapiemaßnahmen eingeleitet werden.

Funktionsdiagnostik

Funktionsstörungen

  • Kopfschmerz, Migräne
  • Nackenverspannung
  • Rückenschmerz
  • Hüftschmerz
  • Bandscheibenprolaps
  • Skoliose
  • Tinnitus
  • Ohrgeräusche
  • Drehschwindel
  • Kiefergelenkknacken
  • Reha nach Hüft-Op., Bandscheiben-Op. usw

Funktionstherapie

Da es sich beim Craniomandibulären Syndrom in manchen Fällen um eine Mitbeteiligung der umliegenden Gewebe handelt (Halswirbelsäule, Schulter, Becken) sollte eine Abklärung durch den Orthopäden, den Physiotherapeuten stattfinden. (Interdisziplinäre Diagnostik)

Der Erfolg dieser Methode hängt prinzipiell davon ab, wie genau eine drei-dimensionale Verlagerung des Gelenkkopfes gemessen und wie genau diese Messung in die Schiene umgesetzt werden konnte.

Nach erfolgreicher Schienenbehandlung (im Durchschnitt 6 Wochen) kann, muss aber nicht, durch Erneuerung des evtl. vorhandenen Zahnersatzes auf die Schiene verzichtet werden.

Geschützte Okklusion

  1. Frontzahngeschützte Okklusion
    Okklusionskonzept mit Frontzahnführung, das zur Disklusion aller übrigen Zähne führt.
  2. Eckzahngeschützte Okklusion
    Okklusionskonzept mit Eckzahnführung, das zur Disklusion aller übrigen Zähne führt.

Haltungsschaden

Funktionsdiagnostik und- Therapie befasst sich mit dem Zusammenspiel von Kiefergelenk, Kaumuskeln und Zähnen, sowie der Diagnostik und Therapie bei Störungen dieser Funktionseinheiten. (Internationaler Begriff: Cranio- mondibulaire Dysfunktionen CMD)
Häufig haben Kopfschmerzen unklarer Ursache, Ohrenschmerzen, Kiefer- und Zahnschmerzen, aber auch Empfindungsstörungen auf der Gesichtshaut ihre Ursache in CMD. Oft sind diese Erkrankungen vergesellschaftet mit Fehlstellungen des Skelettapparates oder Verspannungen der Rücken- und Nackenmuskulatur, sowie Haltungsschäden. Noch häufiger treten diese Erkrankungen bei Stress und großen seelischen Belastungen auf. Ziel dieser Therapie ist eine Beschwerdefreiheit zu erreichen und möglichst langfristig zu halten.

HWS Syndrom

Die Ursachen für ein Halswirbelsäulen-Syndrom, kurz HWS, sind genauso vielfältig wie die Symptome. Neben degenerativen Veränderungen können auch Fehlhaltungen - durch stundenlanges Sitzen zum Beispiel - oder Zwangshaltungen durch einseitige Belastung bei Arbeit oder Sport die Ursachen für Schmerzen im Nackenbereich sein.

Ein falscher Biss hat große Auswirkungen auf die Körperstatik und kann somit verantwortlich für Körperfehlhaltungen und Schmerzen sein.

Manchmal kann auch die Psyche, seelischer Stress, in Nackenschmerzen ausarten.

Hyperbalancen

Hyperbalance-Kontakt ! Okklusionsstörung

Zahnhöckerkontakte nur auf der Mediotrusionsseite, also dort, wo nach herkömmlicher Auffassung Kontakte nicht hingehören.
Dabei kommt es zu einer Disklusion der Arbeitsseite oder Störungen in diesem Bereich.

IKP

Maximaler Interkuspidation Zusammenschluss der OK- mit den UK- Zähnen in maximalem Vielpunktkontakt

Implantate

Künstliche Zahnwurzel, engl.: (dental) implant; welche in den Knochen des Ober- oder Unterkiefers eingebracht werden. Auf oder an diesen kann herausnehmbarer oder festsitzender Zahnersatz verankert werden.
Die Anzahl der gesetzten Implantate in Deutschland ist erheblich gewachsen, die geschätzte Summe der Implantationen in Deutschland stieg von 200.000 Implantaten im Jahr 2001 auf geschätzte 600.000 im Jahr 2006. Schätzungen zufolge werden weltweit pro Jahr 1,5 Mio. Zahn-Implantate gesetzt; die Zuwachsrate soll jährlich bei 15 bis 20 Prozent liegen.

In neuerer Zeit werden I. praktisch nur noch aus Titan hergestellt. Dieser, auch in der Allgemeinmedizin sehr erprobte und vielfältig eingesetzte Werkstoff, geht mit dem Kieferknochen eine feste Verbindung ein und gilt biologisch als besonders verträglich. Ebenso überwiegend gebräuchlich sind heute I. in Form von Schrauben - sog. Schraubenimplantate (engl.: screw-type implant) mit einer Länge zwischen 7 u. 15 und einem Durchmesser zwischen 3 u. 4 Millimetern.

Nach der Art der Bedeckung unterscheidet man in:

  • (halb-)offene Implantate; diese sind in der ZHK die Regel
  • geschlossene Implantate; diese werden vielfach in der allgemeinen Medizin angewandt

Von der Vorgehensweise und der Operationstechnik werden unterschieden, wobei beide Formen zu den halb offenen Implantaten gehören:

  • einphasige Implantate
  • zweiphasige Implantate
  • Sofortimplantation

Das Implantat selbst kann liegen:

  • im Knochen (Normalfall) = enossales Implantat
  • unter der Knochenhaut, aber auf dem Knochen = subperiostales Implantat
  • in der Schleimhaut = intramuköses Implantat

Implantatmaterialien sind:

  • Metall; heute (2006) i.d.R. Titan
  • Aluminiumoxid-Keramiken, Zirkoniumdioxid-Keramiken (ZrO2)
  • Kombinationen aus Titan und Keramiken

Wissenschaftlich noch nicht endgültig abgeklärt ist die Frage der Implantatoberfläche: Nachgewiesen ist, dass in Hinsicht auf eine frühere Belastungsmöglichkeit eine raue Implantat-Oberfläche ideal ist), da sich hier der neue Knochen am besten anlagern kann; andererseits zeigen auch Studien, dass es bisher keinen signifikanten Unterschied zwischen den versch. Implantate Systemen gibt Dabei zeigt sich, dass die Qualität einer Implantatoberfläche nicht durch dessen mechanische Rauigkeit, sondern durch die Mikromorphologie bestimmt wird. Diese bestimmte letztlich die Interaktion zwischen der Anlagerung der Zellen und deren Differenzierung und somit einem stabilen Verbund.
In der Forschung werden z. Zt. (2003) folgende Oberflächenmodifikationen bei dem Werkstoff Titan im Sinne einer "Biologisierung der Oberfläche" verfolgt:

Der Teil des Implantates., welcher sich im Knochen befindet, sollte mindestens 10 mm lang und 3,75 mm im Durchmesser sein; liegt die anatomisch verwertbare Knochendicke darunter und sind mindestens noch 3 mm Knochendicke vorhanden, kann eine entsprechende Knochenbreite durch Bone-Splitting oder -spreading versucht werden.
Alternativ werden in jüngerer Zeit "kurze Implantate" (3,75 x 7 mm) bei mangelndem Knochenangebot propagiert. Ein derartiger Einsatz, welc her erhebliche Kosten und chirurgische Eingriffe sparen kann, ist aber nur bei guter Knochenqualität erfolgreich.
Der Abstand vom I. zum (natürlichen) Nachbarzahn sollte mindestens 1,5 mm betragen und 5 mm nicht überschreiten; der Abstand I. zu I. mindestens 3 mm.

Noch fehlen der Implantologie Ergebnisse der so genannten Evidenz-basierten Medizin, welche die Wirksamkeit von Therapien nach strengen wissenschaftlichen Kriterien und aufgrund der Analyse vieler Studien beurteilt. Gleichwohl belegen zahlreiche Studien, dass Implantate bei korrekter Pflege viele Jahre halten. Die meisten, etwa 94 Prozent, sind nach zehn Jahren noch in perfektem Zustand. Nach 15 Jahren sind noch 90 Prozent intakt. Ähnlich hoch sind auch die Erfolgsraten bei Einzelzahnimplantaten, wenn diese gedeckt und ohne Belastung einheilen. Durch Studien gesichert ist auch, dass Implantate ebenfalls gute "Überlebensraten" haben, wenn ein zu dünner Oberkieferknochen zunächst mit Knochenersatzmaterialien zur Kieferhöhle hin verstärkt wurde.
Unabdingbar für eine lange Überlebensrate sind optimierte okklusale Verhältnisse der Suprakonstruktion.

Implantate werden - bis auf wenige Ausnahmen - nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt oder bezuschusst (Stand 2005). Reparaturen/Erneuerungen der Suprakonstruktion werden mit einem Festzuschuss bedacht. für Implantate bei gesetzlich Versicherten.

Implantaterfolg:
Erfolgskriterien in der Implantologie, eng.: criteria of success in implantology; für die Erfolgsdefinition zahnärztlicher Implantate gibt es bis heute keinen allgemeingültigen Konsens (sog. Standards), obwohl international verschiedene Kriterienvorschläge aufgestellt wurden, die den Erfolg mittels klinischer und röntgenologischer Kontrollparameter bewerten. Bei der Vielzahl der Erfolgsdefinitionen sind dies die am meisten angewendete Erfolgskriterienvorschläge: Albrektsson-Kriterien, Jahn-d'Hoedt-Kriterien, Buser-Kriterien, NIH-Kriterien, Naert-Kriterien.
Allgemein werden folgende Kriterien als I. angesehen:

  • Keine anhaltenden Beschwerden wie Schmerzen, Infektionen (Periimplantitis), Taubheitsgefühl im/um das Operationsgebiet, Neuropathien
  • Nur geringer Knochenverlust (0,2 mm) im ersten Jahr in der Umgebung der künstlichen Zahnwurzel
  • Fester Sitz; keine o. nur geringe Beweglichkeit
  • Auf dem Röntgenbild kein Spalt zwischen dem Implantat und dem umgebenden Kieferknochen sichtbar
  • Patient kommt mit dem Implantat zurecht (Patientenzufriedenheit)

Vorsicht ist bei Aussagen wie "nach 5 Jahren noch 97 % an Ort und Stelle" angebracht, da mangels eindeutiger Erfolgskriterien nichts darüber ausgesagt wird, wie der Zustand dieser Implantate ist; andere Statistiken zählen das erste Jahr der Implantateinpflanzung (stillschweigend) gar nicht erst mit, da in dieser Zeit der größte Verlust auftritt.

In einer aktuellen Studie (R.S.R. Buch et al: Erfolgskriterien in der Implantologie, Criteria of success in implantology. Mund Kiefer GesichtsChir (2003) 7: 42-46) wurden verschiedene Kriterienkataloge für den Erfolg von Implantaten miteinander verglichen. Dabei zeigte sich: Unter Einbeziehung der subjektiven Patientenbeurteilung reduziert sich die Erfolgsrate um bis zu 20 Prozent. Der Vergleich brachte unterschiedliche Ergebnisse: Während die In-situ-Rate aller eingeschlossenen Implantate bei gängigen 95 Prozent (durchschnittliche Liegedauer 3,5 Jahre) und die Kaplan-Meier-Schätzung der Überlebenswahrscheinlichkeit bei 93 Prozent (nach 6 Jahren) lagen, ergaben sich für Erfolgskriterien unterschiedliche und im allgemeinen geringere Ergebnisse: Albrektsson-Kriterien 88 Prozent, Naert-Kriterien 89 Prozent, NIH-Kriterien 85 Prozent, Buser-Kriterien 88 Prozent, Jahn-d'Hoedt-Kriterien 75 Prozent.

Eine genaue Analyse zeigte, dass die Erfolgskriterien aus klinischer Sicht in etwa gleichwertig sind, sich unter Einbeziehung der subjektiven Patientenbeurteilung die Erfolgsrate jedoch um bis zu 20 Prozent reduziert.


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Cognito® Sequence für Implantate

Softwareunterstützte Erkennung zur Vermeidung von Scherkraftbelastung und Hyperbalancen bei Implantaten

Das anerkannte Okklusionskonzept für das natürliche Gebiss und für Zahnersatz

Wechselseitig geschützte Okklusion

Seitenzähne

  • Axiale Krafteinleitung
  • Zentrische Abstützung im Bereich hoher Kraftladung von 300-500 N
  • Entlastung bei exzentrischen Exkursionen durch die Funktion der Frontzahngruppe

Frontzahnbereich

  • Exzentrische Führung im Bereich geringerer Kraftladung von 150- 180N
  • Entlastung bei zentrischer Belastung durch die Seitenzahngruppe

Konsequenz
Mit kleiner Modellanalyse artikulatorsystemunabhängig – und COGNITO® Sequence ist dieses Okklusionskonzept überprüfbar und richtig einstellbar

Individuelle Werte

Winkelwerte aus der Gelenkbahnaufzeichnung (Axiographie/Condylographie)

  • HKN/SKN bei 3mm und 5mm
  • TKN/Bennett bei 3mm und 5mm

Zahnführungswerte aus der Modellanalyse

Inzisaltischtabelle

Tabelle zur automatischen Berechnung der morphologischen Führung am Zahn.

Diese Winkelwerte zeigen die funktionelle Sequenz des individuellen Falls, die im weiteren für die Einstellungen der Frontzahnführungseinheit herangezogen werden.

Kaufunktion

engl.: chewing function; der Anteil des Systems "Kauorgan", welcher zur mechanischen Zerkleinerung von Nahrung im Mund eingesetzt wird. Unterscheidung in subjektive Kaufähigkeit, objektive Kauleistung bzw. Kaueffizienz und Dauer des Kauvorgangs. Im weiteren Sinne wird auch noch der Kaukomfort mit einbezogen.
Die Kaufunktion ist nicht unbedingt abhängig von der Zahl der Zähne, sondern vielmehr von deren Verteilung - eine sonst geschlossene Zahnreihe vorausgesetzt. Patienten mit beidseitig verkürzten Zahnreihen klagen nur wenig über eine verminderte Kaufunktion dagegen wird bei einer einseitig verkürzten Zahnreihe subjektiv wie auch objektiv eine verminderte Kaufunktion festgestellt, da nur "auf einer Seite" gekaut wird.
Nachgewiesen ist ein linearer Zusammenhang zwischen Alter, Anzahl der Zähne und reduzierter Kaufunktion.
Bei Vollprothesenträger, die in Abhängigkeit der anatomischen Verhältnisse und der Passgenauigkeit des Ersatzes generell eine eingeschränkte Kaufunktion aufweisen, kann - besonders im Unterkiefer - schon durch den Einsatz von "nur" zwei Implantaten - eine deutliche Steigerung der Kaufunktion erzielt werden.

Kiefergelenksbehandlung

Das Kiefergelenk und dessen Kapselapparat ist, genauso wie die kurzen Halsmuskeln, die am Kopf ansetzen, bis zu 1 00x stärker von Nervenfasern durchsetzt. Dies ist wichtig, weil die Mundbewegungen sehr komplex sind und deshalb eine viel feinere Steuerung benötigen als zum Beispiel Bein- oder Armmuskeln. Auch bestehen sehr engen Funktionszusammenhänge mit den Ohren und der Halswirbelsäule, bzw. der gesamten Wirbelsäule.

Man muß sich vorstellen, dass bei gestörten Bisssituationen laufend eine Irritation des zentralen Nervensystems stattfindet, die zu erheblichen Beeinträchtigungen ihrer Gesamtkoordination führt. An einem Beispiel kann dieses verdeutlicht werden: Wenn Tür und Türrahmen nicht zusammen passen, dann leiern allmählich die Scharniere aus oder der Türrahmen und die Tür funktioniert nicht mehr richtig. Genauso ist dies bei einer Fehlfunktion des Kauapparates. Dies kann im Extremfall als Krankheit in Erscheinung treten, die allen üblichen und unüblichen Therapieversuchen trotzt.

Aufgrund des heutigen Kenntnisstandes über die Architektur und die Vernetzung des Nervensystems haben Störungen im Kaubereich einen überragenden Einfluss auf sämtliche Bereiche des Körpers und der Seele (Somato-psychisch). Liegen deshalb die beschriebenen Funktionsstörungen vor und führen im übrigen Körper zu Störungen wie Bandscheibenschäden, Kopfschmerzen, Migräne, Durchblutungsstörungen im Kopf, dauernder Müdigkeit u.v.m., kann dem durch die erwähnte Therapie häufig abgeholfen werden. Auch bei der MS (multiplen Sklerose) finden sich sehr häufig solche Verhältnisse. Es sind zur Beurteilung dieser Zusammenhänge verschieden Untersuchungen notwendig.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit bietet bei solchen Störungen Lösungswege an.

Kiefergelenkerkrankung

Kiefergelenkerkrankungen; temporomandibular joint diseases or disturbances; Sammelbezeichnung für eine Vielzahl von Dysfunktionen des Kiefergelenks. Unterscheidung in:

  • primäre Kiefergelenkerkrankungen: wie eine Arthritis durch Infektion aus dem bakteriellen bzw. rheumatischen Formenkreis (Patienten mit Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises berichten häufiger über Probleme mit dem Kiefergelenk als solche ohne derartige Erkrankung), oder Befall durch Tumore im Gelenkbereich, Verletzungen, Entwicklungsstörungen; Kiefergelenkarthrose
  • sekundäre Kiefergelenkerkrankungen: auf Grund von Funktionsstörungen bzw. Fehlstellungen

Beide Formen können bei Nichtbehandlung zu einer dauerhaften Schädigung des Gelenks (Arthrose, Ankylose) führen.

Kiefergelenkknacken

engl.: clicking (jaw), (TMJ)-Popping, (TMJ)-Clicking;
Unterteilung in Kiefergelenkknacken und dem während der gesamten Öffnungsbewegung bestehenden Kiefergelenkreiben. Weitere Unterteilungen beim Knacken beziehen sich auf das Auftreten während der Öffnung (am Anfang, mitten drin o. Ende), den Klang bzw. auf Seitwärtsbewegungen. Kiefergelenkknacken sind meist Ausdruck von degenerativen Erkrankungen der Gelenke mit unterschiedlichen Ursachen aus dem cranio-mandibulären Formenkreis (z.B. Fehlbelastung der Zähne o. der Muskulatur) und müssen nicht unbedingt von Schmerzen begleitet sein. Die Knackgeräusche selbst stammen meist von einem Überspringen des Diskus allein o. mit dem Gelenkköpfchen aus der Gelenkpfanne bzw. über das Tuberculum articulare. Die Geräusche bedürfen aber nicht in jedem Fall einer Behandlung. Mit einer genauen Analyse des Gebisssystems sollte aber die Ursache ermittelt werden um entscheiden zu können, ob eine Therapie anzuraten ist.
Je später ein Knacken bei der Mundöffnung auftritt, umso aufwendiger und problematisch ist dessen Behandlung. Hauptursache für das Knacken ist das Ligamentum laterale, welches eine Verstärkung der seitlichen Kiefergelenkskapsel ist.

Knirscherschienen

Okklusionsschiene, Knirscherschiene, Entspannungsschiene, Aufbissbehelf, engl.: bite guard splint, occlusal appliance; eine die Aufbiss(Okklusions-)flächen der Zähne übergreifende, herausnehmbare, temporäre Kunststoffschiene mit einem "Einbissrelief" für die Zahnflächen des Gegenkiefers. Als Ziel einer Schienentherapie sollte die Einstellung einer neuen Interkuspidationsposition (IKP, Zentrik) erfolgen. Diese Vorgabe wird durch die Oberfläche der Schiene beim Zusammenbiss (Okklusion) verwirklicht. Dadurch, dass so das gewohnte Okklusionsmuster unterbrochen wird (Entkopplung der bisherigen Verzahnung), kann es zu einer Entlastung von überbelasteten Zähnen, falschen Bissverhältnissen und parafunktionsbedingten Schäden kommen (Reflexschiene). Der Wortbestandteil "Schiene" ist in diesem Zusammenhang irreführend, da der Zweck der Schiene. keine Schienung im eigentlichen Sinne ist. Besser könnte es heißen: "therapeutische Okklusions-Führungs-Platte".

Im Prinzip gibt es drei versch. Angriffspunkte bei der Schienentherapie mittels Aufbiss:

  • adjustierte Schiene in RKP mit Eckzahnführung; ca. 80% aller Schienen funktionieren derart.
  • Distraktionsschiene bei einem komprimierten Kiefergelenk um einen entsprechenden Abstand zu schaffen
  • Repositionierungsschiene, meist im Unterkiefer eingegliedert, um ein Kiefergelenk aus einer anterioren Position langsam in die Zentrik zu verlagern.

Für eine Aufbissschienen (Okklusionsschiene) nimmt der Zahnarzt einen Abdruck der oberen und unteren Zahnreihe des Patienten und stellt ein Modell sowie ein Registrat her, um den Zusammenbiss der Zahnreihen zu kennzeichnen. Das ist die Grundlage der Okklusionsschiene für eine der Zahnreihen, die genau an die 2. Zahnreihe angepasst sein muss. Die Schiene muss gut und fest sitzen (Retention) und darf sich während des Gebrauchs nicht verändern, damit die Anpassung an die 2. Zahnreihe (Okklusion) erhalten bleibt. Es stehen Schienen entweder aus Kunststoffpulver und -flüssigkeit her (Heiß- oder Kaltpolymerisation) oder aus erwärmter Kunststofffolie (thermoplastisches Verfahren) zur Verfügung.

Kopfschmerzen

Eine repräsentative Studie unter 4.000 Bundesbürgern zu etwaigen Schmerzen in den letzten 6 Monaten ergab folgende Zahlen:

Schmerzart (Lokalisation)Häufigkeit
Schmerzfrei 32 %
Kopfschmerz (ohne Migräne) 34 %
Schmerzen im Bewegungsapparat 29 %
Erkältung/Grippe 24 %
Zahnschmerzen 7 %
Menstruationsbeschwerden 6 %
Migräne 4 %
Ohrenschmerzen 2 %

In der Zahnmedizin sind neben dem am häufigsten auftretenden Akutschmerz ("Zahnschmerzen") - i.d.R. bedingt durch Erkrankungen der Zahnnervs (Pulpitis), eitrige Prozesse an der Wurzelspitze (Parodontitis apicalis) und Zahnfleischentzündungen (Gingivitis, Parodontitis marginalis) vermehrt funktionelle Schmerzen wie tempero-mandibuläre Störungen anzutreffen. Für diese zum chronischen Übergang neigenden Schmerzzuständen sind häufig Persönlichkeitsfaktoren verantwortlich.

Laterotrusiv/Mediotrusiv

Bewegt sich der Unterkiefer aus der Interkuspidationsposition zur Seite, sprechen wir von Laterotrusion oder Seitschub.

 

Die Kieferabschnitte, die sich von der Mitte weg bewegen, werden als Laterotrusionsseite bezeichnet, die sich zur Mitte hin bewegen werden als Mediotrusionsseite bezeichnet.

 

Migräne

Siehe: Kopfschmerzen

Mittelwertartikulator

Beim Mittelwertartikulator sind Gelenkbahnneigung und Bennett-Winkel fest eingestellt. (40°/20°) Die Zahnführungen berechnen sich in Cognito® Sequence als Idealwert automatisch aus diesen Werten.
Zur Neuberechnung von tatsächlichen Zahnführungswerten und der daraus resultierenden Sequenz können diese Werte unter „Ist“überschrieben werden.

Modellanalyse

  • Okklusionsebene
    • a. anterior
    • b. posterior
  • Höckergradneigung
  • Eckzahnführung
  • Frontzahnführung
  • Funktionswege
    • a. protrusiv
    • b. laterotrusiv

Muskelverspannung

Spannungskopfschmerz und Muskelverspannungen im Nackenbereich. Weltweite Studien besagen, dass bis zu 70% aller Menschen Zeichen funktionaler Störungen aufweisen und davon etwa 15% krankhafte Befunde entwickeln. Auslöser ist in vielen Fällen das Zähneknirschen.

Knirschen tritt meist nachts in der sog. rem-Schlafphase (engl. rapid eye movement) auf (sog. Károlyi Effekt) und wird vermehrt als Folge von "intellektuellem Stress" angesehen.
Direkte Kontakte zwischen Zähnen des Ober- und Unterkiefers sind normalerweise auf den Kau- und Schluckakt beschränkt; beim Kauen (~ 40 Min/Tag) sind die Kräfte etwa bei 20-30 Newton; die Kaumuskulatur hat somit lange Erholungszeiten zur Verfügung. Bei Knirschen sind diese Belastungen wesentlich höher und können bis zu 950 Newton betragen. Dies kann bei längerem Anhalten zu schweren Schädigungen des Zahnhalteapparates, zu erheblichem Materialverlust der Zahnkauflächen Abrasion), keilförmigen Defekten, übermäßiger Abnutzung u. Beschädigung von Zahnersatz und zu Kiefergelenkserkrankungen führen.

Die Ursachen für das Knirschen sind wissenschaftlich bisher nur ungenügend erforscht - Einigkeit besteht darin, dass es sich um ein multifaktorielles Geschehen handelt; eine Stresskomponente und/oder ein gestörter Zusammenbiss ("okklusale Disharmonie") der Zahnreihen werden als die Hauptauslöser angesehen.

Aus rein zahnmedizinischer Sicht erfolgt eine temporäre Behandlung des K. mittels einer Knirscherschiene, ohne damit die eigentlichen Ursachen zu beseitigen.

Patienten, die nach eigenen Angaben sowohl nachts als auch tagsüber knirschen, haben ein deutlich höheres Risiko orofaziale Schmerzen zu entwickeln als Patienten ohne diese Angewohnheit. Auch das Kauen von Fingernägeln erhöht das relative Risiko. Starke Knirscher setzen Ihre Zähne und des gesamte Kausystem einem hohen Druck aus: Bis zu 300 kg (Frauen) bzw. 400 kg (Männer) müssen abgefedert werden, mit den Folgen, dass ein starker Abrieb an den Schneidekanten und Kauflächen auftritt, sich Risse im Zahn bilden und erhebliche Zahnlockerungen eintreten können. Weiter verursacht die starke Anspannung der Muskulatur Schmerzen bis in den Nacken- u. Schulterbereich bzw. in die Schläfen- u. Ohrengegend.

Erste Hilfe bietet aus Kunststoff gefertigte okklusions-adaptierte Schienen (sog. Knirscherschiene, engl.: biteguard), die die Zähne und das Kiefergelenk entlastet, die eigentlichen Ursachen aber nicht beseitigt.

Nackenverspannung

Ohrgeräusche/Tinnitus

Siehe: Tinnitus

Okklusale Interferenzen

Abnorme Antagonistenkontakte, Kieferbewegungen oder schlechte Angewohnheiten (Habits; Zähneknirschen; Pressen); sie können zu Attrition, Fehlfunktion, Zahnfraktur, Zahninfraktion und zu parodontalen Belastungen führen. Ohne erkennbaren physiologischen Zweck. (Stressableitung?)

Okklusion

"Zusammenbiss", "Kauberührung" der Zähne, engl.: (dental) occlusion, (bite); allgemein: jeder Kontakt zwischen den Zähnen des Ober- und Unterkiefers; Aufeinandertreffen der oberen und unteren Zahnreihen bei zwanglosem Kieferschluss (Ruheposition).
In der Funktionsanalyse gibt es unterschiedliche Auffassungen über die "richtige" Okklusion. Es hat sich als praktikabel erwiesen, zwischen idealer, physiologischer, nichtphysiologischer und zu behandelnder Okklusion zu unterscheiden.
Ebenso existieren versch. Okklusion-skonzepte (engl.: occlusion concepts) mit Vorstellungen, wie die Zähne bei der Vorschub- und Seitwärtsbewegung miteinander im Kontakt stehen sollten: Eine beidseitig balancierte Okklusion, eine einseitig balanciert Okklusion (auf der Arbeitsseite) bei der Seitwärtsbewegung, Front-/Eckzahnführung oder -stützung bei der Vorschubbewegungen, usw. . Allen Konzepten ist gemein, dass sie einzeln bisher keine Allgemeingültigkeit erlangt haben und wissenschaftlich sehr unterschiedlich beurteilt werden.

Der Begriff dynamische Okklusion (engl.: dental articulation or dynamic occlusion) = Zahnkontakte bei Bewegung des Unterkiefers hat die ehem. Bezeichnung "Artikulation" abgelöst; im Unterschied dazu steht der Begriff "statische Okklusion" (engl.: static occlusion) = Zahnkontakte ohne Bewegung des Unterkiefers in Interkuspidation(-sposition) (IKP).

Steuerungsfaktoren für die dynamische Okklusion sind:

  • das Kiefergelenk
  • die ineinander greifenden Höcker und Grübchen der Zähne
  • Muskulatur, Nerven und Psyche

Der Einfluss einer regelrechten O. hinsichtlich der Entstehung von Myoarthropathien ("Störung der neuromuskulären Balance") wurde und wird sehr kontrovers diskutiert, allerdings kann sie als einer von vielen Faktoren an der Prädisposition, Auslösung und Aufrechterhaltung von Myoarthropathien entscheidend beteiligt sein.

Umstritten ist, ob eine Okklusionsstörung (engl.: occlusal disturbance) in funktioneller Wechselwirkung mit Veränderungen der Wirbelsäule stehen. So wird vermutet, dass derartige Störungen die neuromuskulären Balance verschieben und so hypomobile Bewegungsstörungen der HWS und des SIG verursachen können.

Okklusionskonzepte

  • Frontzahnführung
    dynamische Okklusion zwischen OK- und UK-Frontzähnen.
    Gleiten der UK-Schneidekanten in der palatinalen Konkavität des OK
  • Eckzahnführung
    Dynamische Okklusion zwischen OK- und UK-Eckzähnen.
    Bei der Lateralbewegung entsteht auf der Laterotrusionsseite i.d.R. nur Kontakt zwischen den Eckzähnen der Laterotrusionsseite.
    Da diese Führung steiler ausfällt als die der distal folgenden Zähne, ergibt sich eine Disklusion im Seitenzahnbereich.
    „Verschleiß“ der Eckzahnführung führt zu Gruppenkontakten.
  • Front-/Eckzahnführung
    Kombination aus Frontzahnführung und Eckzahnführung
  • Gruppenführung
    Gruppenkontakt dynamische Okklusion zwischen mehreren Zähnen auf der Laterotrusionsseite. Bei Lateralbewegungen besteht nur Kontakt zwischen den Seitenzähnen der Arbeitsseite; dies wird auch als „unilateral-balancierte Okklusion“ bezeichnet.

RKP

Die Retrale Kontaktposition. Erster Zahnkontakt bei Schließbewegung in Zentraler Relation.

Scherkraftbelastung

  1. Seitenzähne
    axiale Krafteinleitung Zentrische Abstützung im Bereich hoher Kraftladung von 300-500N. Entlastung bei exzentrischen Exkursionen durch die Funktion der Frontzahngruppe.
  2. Frontzahnbereich
    Exzentrische Führung im Bereich geringerer Kraftladung von 150- 180N. Entlastung bei zentrische Belastung durch die Seitenzahngruppe.

Sequentielle Führung

Im Prinzip funktioniert dies wie bei einem Stafettenlauf. Die dominante Eckzähne übernehmen bei der Laterotrusionbewegung die Führung, und die nachfolgenden Zähne diskludieren. Nach möglicher Abrasion der Eckzähne übernehmen bei der Laterotrusionbewegung die Eckzähne und die ersten Prämolaren die Führung, und die nachfolgenden Zähne diskludieren usw.

Tinnitus

Ohrengeräusche, Ohrensausen, eng.: do.; auch als non-auditorischer Tinnitus bezeichnet, da die Geräusche häufig nur vom Betroffenen gehört werden (endogene Schallempfindung); wissenschaftliche Unterteilung in objektiven und subjektiven (non-auditorischer) Tinnitus.
Man vermutet, dass in vielen Fällen fehlgerichtete Anpassungsvorgänge des Gehirns nach Hörschädigung für die quälenden Geräusche verantwortlich sind. Ähnlich wie beim Phantomschmerz, bei dem Patienten Schmerzen in einem amputierten - also nicht mehr vorhandenen - Körperglied empfinden, können Patienten selbst nach Entfernung des Innenohrs weiterhin ein dauerndes störendes Ohrgeräusch aus dem nicht mehr vorhandenen Ohr wahrnehmen.
Als Ursachen kommen Hörbeeinträchtigungen, Lärmschäden, Stress, Morbus Menière (Drehschwindel) und andere organische Erkrankungen in Betracht. Auch der Hörsturz ist oft von einem Tinnitus begleitet. Probleme mit der Halswirbelsäule oder im Zahn-Mund-Kiefer-Bereich können auslösende oder verstärkende Ursachen sein.
Bei einem subjektiven Tinnitus kann eine Dekompressionsbehandlung der Kiefergelenke zur teilweisen Rückbildung der Erkrankung führen. Entscheidend für den Erfolg ist dabei vor allem der frühzeitige Therapiebeginn. Chronische sowie objektive Tinnituserkrankungen scheinen nicht durch die Therapie einer bestehenden craniomandibulären Dysfunktion positiv beeinflussbar zu sein. Bei subjektivem Tinnitus können sich jedoch die Symptome im Rahmen einer zahnärztlichen manuellen Funktionsdiagnostik in ihrer Qualität verbessern.
Neue Ansätze wie "Retraining" (die Betroffenen sollen lernen, sich nicht auf das Geräusch im Ohr zu konzentrieren, sondern sich daran zu gewöhnen und es weniger wahrzunehmen. Entspannungs- und Hörübungen sowie ein Hörgerät, das ein kompensierendes Rauschen überträgt, gehören zur Therapie.) und Musiktherapie können helfen, mit dem Dauerton zu leben.

Zahnersatz

ZE, "falsche Zähne", engl.: denture(s), dental prosthesis, false teeth; dient allgemein der Wiederherstellung von Kaufunktion, Sprache (Phonetik) und dem äußeren Aussehen (Ästhetik). Diese Forderungen können in der ZHK durch vielfältige Maßnahmen erreicht werden, wobei grundsätzlich zwischen herausnehmbaren und festsitzendem Z. und Kombinationen beider Arten unterschieden wird. Hinzu kommt die - immer mehr gebräuchliche - Möglichkeit des Einpflanzens künstlicher Zahnwurzeln (Implantat) und in wenigen Fällen auch noch die Möglichkeit einer kieferorthopädischen Schließung von (kleinen) Zahnlücken. Lehrmäßig und versicherungstechnisch gelten auch noch künstliche Kronen als Z., obwohl sie eigentlich keinen Zahn, sondern nur dessen Krone, ganz o. z.T. ersetzen.

Deshalb gilt als klassische Definition:

  • Kronen (obwohl kein Zahn sondern nur Zahnhartsubstanz ersetzt wird),
  • Brücken, Prothesen (Teilprothesen, Vollprothesen),
  • kombinierte Versorgungsformen und
  • implantatgetragene Kronen, Brücken oder Prothesen.

Zahntechnik/Dentallabor

engl.: dental laboratory; zahntechnische Betriebsstätte nach der Handwerksordnung zum Anfertigen von Zahnersatz und dessen Reparatur sowie andere zahntechnische Arbeiten (z.B. kieferorthopädische Behandlungsgeräte) durch speziell dafür ausgebildete Zahntechniker.
Die Anfertigung von zahnärztlichen Arbeiten erfolgt ausschließlich auf Weisung des Zahnarztes.

Zentrixbiss

Kieferrelation schädelbezügliche (nicht: zahnbezügliche) Lage des UK in der rückwärtigsten, höchsten, nicht seitenverschobenen Position.

Beurteilt wird dabei die Position der Kondylen zur Gelenkpfanne.

Die Bestimmung der Kieferrelation nennt man auch „Bissnahme“
Korrekt: Es ist die dreidimensionale Festlegung der UK-Position zum OK.

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